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Bundesinitiative außerklinische Intensivversorgung (BAIV) gegründet


Im Juni 2008 ist die „Bundesinitiative außerklinische Intensivversorgung“ (BAIV) gegründet worden. Die Initiative hat sich das Ziel gesetzt, die Situation von Menschen, die mit vitalen Lebensfunktionen auf medizintechnische Unterstützung angewiesen sind, zu einem öffentlichen Thema zu machen.
In der Arbeit der BAIV wird es vor allem darum gehen, die Verantwortlichen und Ausführenden in der Sozialpolitik sowie im Gesundheitswesen für die Probleme zu sensibilisieren. Dabei geht es nicht nur darum, bereits bestehende und künftig zu erwartende Konflikte aufzuzeigen, sondern vor allem um die Entwicklung konstruktiver Strategien, mit denen sich die stetig wachsenden Anforderungen an die Solidargemeinschaft bewältigen
lassen. Menschen, deren Leben von der störungsfreien Funktion medizinischer Geräte abhängt, leben unter der ständigen Bedrohung technischer oder menschlicher Fehler, die ihnen ernsthaften Schaden zufügen können. Zu der immerwährenden Angst der Betroffenen selbst bzw. ihrer Angehörigen, gesellt sich das Gefühl, einer benachteiligten Gruppe anzugehören.
Da die sachgerechte Versorgung der Menschen, die Intensivpflege benötigen, vergleichsweise kostenintensiv ist, baut sich ein wachsender Druck auf, die Stundensätze für die Versorgung immer weiter zu senken. Längst ist die Grenze durchbrochen, unter der eine qualitativ einwandfreie Versorgung nicht mehr möglich ist. Dienste und Institutionen, die die Versorgung ausführen, werfen nach und nach ihre Qualitätsstandards über Bord und stellen
für die erzwungene Billigpflege ungenügend qualifiziertes Personal ein. In der Folge steigt zwangsläufig die Komplikationsrate, steigt die Zahl der Rückeinweisungen in die Kliniken, steigen die Kosten für die Therapie weit über den Satz, der für ordentliche Pflege zu zahlen
gewesen wäre. Am Ende dieses Prozesses ist das Gesundheitssystem nicht entlastet, sondern weit stärker
gefordert als zuvor, wenn auch an anderen Stellen. Das ganze Spiel ist lediglich eine Verschiebung zwischen Kostenstellen, bei dem am Ende niemand einen Nutzen hat.
Überhaupt nicht eingerechnet sind Leid, Schmerzen sowie der Verlust der Menschenwürde, der mit wiederholten Klinikein- weisungen, endlosen Therapien und schlechter Pflegequalität
einhergehen.
Die BAIV ist angetreten, die Stimmen der Betroffenen zu verstärken und darauf hinzuweisen, dass auch schwerkranke, vital gefährdete Menschen ein Teil der Solidargemeinschaft sind.
Dass es die höchste Aufgabe gerade dieser Gemeinschaft ist, sorgsam mit den Menschen umzugehen, die ihr zum Schutz anvertraut sind. Wir weisen darauf hin, dass Menschenwürde kein Produkt ist, dessen Wert sich in Euro und Cent bemessen lässt. Erst
kürzlich verabschiedete der „Runde Tisch Pflege“ die „Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen“. Darin heißt es in Artikel 1: „Jeder hilfe- und pflegebedürftige Mensch hat das Recht auf Hilfe zur Selbsthilfe sowie auf Unterstützung, um ein möglichst
selbstbestimmtes und selbstständiges Leben führen zu können.“ Um die Forderungen dieses Artikels zu erfüllen, müssen alle Institutionen und Einzelpersonen, die an der Gestaltung des Gesundheitssystems beteiligt sind, sich auf seine Optimierung konzentrieren.
Weitere Informationen und Kontakt unter:

www.bundesinitiative-aiv.de


www.beatmet-zuhause-leben.com